Böblingen: F-500 bewährt sich bei Großbrand

"Böblingen - Eine Feuersbrunst wie am Mittwoch hat der Böblinger Kreisbrandmeister Guido Plischek noch nicht erlebt. „Das war höchstwahrscheinlich der größte Brand in der Nachkriegsgeschichte des Landkreises“, sagt er. Im Einsatz waren insgesamt 232 Feuerwehrleute, 130 Fahrzeuge und zwei Helikopter. Kurz nach 15 Uhr war in den gut 8000 Quadratmeter großen Lagerhallen des Böblinger Sanitärgroßhändlers Reisser ein Feuer ausgebrochen, das sich binnen weniger Minuten in ein regelrechtes Inferno verwandelte.
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Gebannt werden konnte die Feuersbrunst am Mittwoch nur durch die gemeinsame Löschhilfe der Berufsfeuerwehr aus Stuttgart, der Brandschützer aus dem Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen und der Helfer aus den umliegenden Kommunen. Sie schafften mit vereinten Kräften, dass die Flammen nicht auf die Nachbargebäude übergriffen. Weil die Wasserversorgung vor Ort nicht ausreichte, mussten Schläuche zum 1,8 Kilometer entfernten Langen See auf dem Böblinger Flugfeld verlegt werden. Der Wasserspiegel senkte sich während der Löschaktion um fast zehn Zentimeter. Allein durch den dicksten Schlauch flossen etwa 8000 Liter Wasser pro Minute – und das über mehrere Stunden hinweg.
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Schlimmeres verhinderte die Feuerwehr auch dank eines besonderen Löschmittels: Dem Wasser zugesetzt wurde in einer einprozentigen Konzentration ein in Fachkreisen als F 500 bekanntes Tensid. Die Chemikalie sorgt durch mehr Verdunstungskälte für einen zusätzlichen Kühleffekt: „Dadurch ­konnten wir eine Brandwand über vier Stunden halten, obwohl sie nur für die Hälfte der Zeit ausgelegt war“, sagt Kreisbrandmeister ­Plischek. Der Übergriff der Flammen auf andere Gebäudeteile wurde erfolgreich verhindert."

Quelle: Stuttgarter Nachrichten